Interkulturelle Studien

Wer im internationalen Umfeld arbeitet, macht häufig folgende Erfahrung:

Im Kontakt mit einem ausländischen Kollegen ergibt sich plötzlich eine unvorhersehbare Irritation. Beispielsweise reagiert der sonst so freundliche Kooperationspartner trotz mehrmaliger Anfrage gar nicht oder ungewohnt schroff. So ein kritisches Ereignis (Critical Incident) tritt in der Kooperation von Vertretern unterschiedlicher Kulturkreise immer dann auf, wenn (meist implizite) Spielregeln der einen oder anderen Kultur aus Unkenntnis verletzt werden. Die kulturellen Spielregeln beziehen sich dabei sowohl auf Arbeitsabläufe, den Umgang mit Zeit, als auch auf das Verhalten in der Gruppe oder als Chef bzw. Mitarbeiter.

Das kulturelle "Rollenskript" für den Alltag eines jeden von uns ist dabei größtenteils unbewusst und so filigran, dass selbst feine Signale der Körpersprache (Blickkontakt ja oder nein, Abstand zum Gegenüber in Zentimeter usw.) eine Rolle spielen und zu Spielregelverletzungen führen können. Große international tätige Unternehmen investieren bereits beträchtliche Summen in interkulturelle Trainings, um ihre Mitarbeiter für den Umgang mit internationalen Kooperationspartnern zu sensibilisieren. Allzu schnell schlagen "kulturelle Spielregelverstöße" sonst in Antipathie um, die nicht selten einen Kontaktabbruch nach sich zieht. Nach Expertenschätzungen scheitern gut ein Drittel aller Auslandsakquisitionen jährlich genau daran. Und dann wird es natürlich richtig teuer.

Nach Studien zu Russland, Ungarn, Estland und der Slowakei (Harss & v. Schumann, 1995-1999) hat die TWIST Consulting Group 2004 diese Reihe fortgesetzt und zwei weitere interkulturelle Studien durchgeführt:

Unsere Studie zur Kooperation zwischen Chinesen und Deutschen

Wer sind die Chinesen? Wie sehen sie uns Deutsche und wie beurteilen sie eine mögliche Zusammenarbeit? Welche Vorbehalte und Mentalitätsunterschiede gibt es zu beachten, wenn deutsche Investoren und Unternehmer mit ihren chinesischen Nachbarn zusammenarbeiten wollen?

Die TWIST Consulting Group (Harss, Chen & Feng-Ley) befragte 2004 40 chinesische Erwerbstätige, Expatriates und Manager zu diesen Themen und verglich die Ergebnisse mit einer Stichprobe von 60 Deutschen. Dabei zeigten sich einige deutliche, statistisch hochsignifikante Unterschiede, die nützliche Hinweise für die Praxis geben können.

Für weitere Informationen:
"Mit den Augen des Partners" (ChinaContact, 7/2004).
Die ausführliche Studie können Sie per Mail bei uns anfordern.

Unsere Studie zur Kooperation zwischen Engländern und Deutschen

Ebenfalls 2004 hat die TWIST Consulting Group (Nitsch, Ströhlein & Gramberg) untersucht, wie englische Geschäftsleute sich über die Kooperation mit Deutschen äußern und vice versa. Unsere osteuropäischen Nachbarn hatten in den oben erwähnten Studien der vergangenen Jahre kein sehr positives Bild von uns Deutschen gezeichnet. Die Hauptvorwürfe lauteten: Deutsche seien pedantisch, betrieben modernen Kolonialismus in Osteuropa und litten permanent unter "Durst nach Überlegenheit". Wir erwarteten ein ähnlich negatives Deutschlandbild von den 53 befragten Geschäftsleuten (davon 22 im Management) aus England.

Gemessen daran waren die Ergebnisse der vorliegenden Studie – um es gleich vorwegzunehmen – recht erfreulich.

Für weitere Informationen:
"Wie gut kooperieren Deutsche und Engländer?" (Projekt Magazin, 24/2004).
Die ausführliche Studie können Sie per Mail bei uns anfordern.